Kirchdorf

Der Ortsteil Kirchdorf zählt zu den ältesten Dörfern auf der Baar. Dies lässt sich über Dokumente zwar nicht nachweisen, aber eines der bisher ältesten Gräber (angelegt 560-600) der alemannischen Urmark Klengen wurde in Kirchdorf in der St. Martinskirche gefunden.

Der Ort hat im Laufe seiner Geschichte mehrmals den Namen gewechselt: Von "Eiginhova" (Urkunde von 793) über "Chilchdorf" (um 1200) zum Kirchendorf und später wieder zurück zum heutigen Kirchdorf.

Der Ort ist einer der bedeutendsten mittlelalterlichen Kirchenstandorte zwischen Schwarzwald und Bodensee. Dies bezeugen die Ausgrabungen des Landesdenkmalamtes in der Kirche St. Martin von 1978 bis 1982. Demnach gab es bereits um 600 hier ein Gotteshaus. Für die Nachfolgerkirche ist der Name St. Martin und die Stiftung durch die Frankenkönige (wohl schon zu Beginn des 9. Jhdts.) belegt durch eine Urkunde von 888 (Foto im Eingang der St. Martinskirche).

Kirchdorf ist in den letzten Jahrzehnten kräftig gewachsen. Neue Wohngebiete entstanden ebenso wie ein Gewerbegebiet. Auf seiner Gemarkung entstand auch das neue Ortszentrum der Gesamtgemeinde. Kirchdorf ist dadurch so nahe an Klengen gerückt, dass heute beide eine geschlossene Einheit bilden.

Im Mittelpunkt steht dort die Allerheiligenkirche. 1982 fertig gestellt, fügt sich dieses moderne Gotteshaus harmonisch in das Ortsbild ein. In unmittelbarer Nachbarschaft dazu entstand in den Folgejahren das neue Gemeindezentrum.

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Siegel Kirchdorf

Schon der älteste Prägestempel der Gemeinde Kirchdorf aus dem Jahr 1830 zeigte eine Kirche. Spätere Stempel übernahmen jeweils das Motiv, die Ausführungen waren jedoch verschieden. Das verwundert nicht, wurde doch das Stechen von Stempeln im fahrenden Gewerbe ausgeübt. Das Geschick der Künstler war dabei unterschiedlich. 1901 wurde ein Gemeindewappen beantragt mit dem Wunsch, die Kirche im Wappen beizubehalten. Mit einer besseren Darstellung der Kirche wurde der neue Vorschlag auch angenommen:
In Silber auf grünem Boden eine rote Kirche.