Brigachtal hat eine völlig eigenständige Wasserversorgung. Das Trinkwasser wird ausschließlich aus eigenen Tiefbrunnen und Quellen gewonnen und ständig auf Qualität überprüft.
Die Wasserversorgung der Gemeinde Brigachtal wird seit dem 01.01.1998 unter der Bezeichnung „Wasserversorgung Brigachtal“ als Eigenbetrieb geführt. Der Eigenbetrieb versorgt das Gemeindegebiet mit Wasser. Der Eigenbetrieb betreibt alle betriebszweckfördernden oder ihn wirtschaftlich berührenden Geschäfte. Für den Eigenbetrieb wird kein Betriebsausschuss gebildet. Der Gemeinderat beschließt über alle Angelegenheiten, die ihm durch die Gemeindeordnung und das Eigenbetriebsgesetz vorbehalten sind. Der Gemeinderat entscheidet auch in den Angelegenheiten, die nach dem Eigenbetriebsgesetz einem beschließenden Betriebsausschuss obliegen.
Für den Eigenbetrieb gibt es keine Betriebsleitung. Die nach dem Eigenbetriebsgesetz der Betriebsleitung obliegenden Aufgaben werden vom Bürgermeister wahrgenommen. Ihm obliegen daher insbesondere Aufgaben der laufenden Betriebsführung und die Entscheidung in allen Angelegenheiten des Betriebs, soweit nicht der Gemeinderat zuständig ist. Die anfallenden Verwaltungsarbeiten werden vom Personal der Gemeinde erledigt.
Die Firma aquavilla hat seit dem 01.01.2025 die technische Betriebsführung der Wasserversorgung von Brigachtal übernommen.
Das Verhältnis zwischen Wasserversorgung und Bürger wird durch die Wasserversorgungssatzung geregelt. Dies wäre auch der Fall, wenn kein Eigenbetrieb bestünde.
Die Arbeiten am neuen Wasserwerk an der Gemarkungsgrenze Bad Dürrheim / Brigachtal an der alten Bundesstraße in Richtung Donaueschingen sind abgeschlossen und der Trinkwasserverbund mit der Stadt Bad Dürrheim hat seinen Betrieb aufgenommen. Seit 01.01.2025 ist das Pumpwerk des Wassserwerks in Betrieb und fördert Wasser in das Netz der Stadt Bad Dürrheim. In einem ersten Schritt wurde ab diesem Zeitpunkt die erste Reinigungstufe in Betrieb genommen. In einem zweiten Schritt erfolgte die Inbetriebnahme der Enthärtungsanlage am 18.02.2025. Durch diese Vorgehensweise konnte die schwierige Inbetriebnahmephase entzerrt und Ausfallrisiken minimiert werden.
Seit dem 26.02.2025 wird auch die Gemeinde Brigachtal mit enthärtetem Wasser versorgt.
Mit der Inbetriebnahme des Wasserwerks beginnt eine erfahrungsgemäß drei bis vier Monate andauernde Einlaufphase, wie sie bei solch komplexen technischen Anlagen erforderlich ist. Diese dient dazu, die Betriebsführung des neuen Wasserwerks genau kennen zu lernen und auf etwaige, später auftretende technischen Probleme angemessen reagieren zu können.
Im Wasserwerk wird die Wasseraufbereitung in einem 2-stufigen Verfahren umgesetzt. In einer ersten Reinigungsstufe wird das Trinkwasser filtriert und sämtliche Trübstoffe sowie Bakterien und Viren entzogen. In einem weiteren Schritt werden dann die sogenannten Härtebildner im Wasser entnommen und dadurch ein deutlich weicheres Wasser als bisher erzielt. Die Enthärtung des Wassers wird mit dem sogenannten CARIX-Verfahren erreicht. Und gerade die Inbetriebnahme des Enthärtungsverfahrens CARIX stellt aufgrund seiner Komplexität den aufwendigsten Teil im ganzen Prozess dar. Deshalb wurde in einem Gespräch zwischen den Kommunen, den Planern und der Betriebsführung geklärt, die Inbetriebnahme ebenfalls zweistufig zu gestalten. Durch den Einbau der Carix-Filteranlage wird der Härtegrad des Wassers auf einen Zielwert von 8 bis 9 Grad abgesenkt.
Das Trinkwasser in Brigachtal unterliegt einer ständigen Qualitätskontrolle und wird durch verschiedene Aufbereitungsverfahren im gemeinsamen Wasserwerk der Stadt Bad Dürrrheim und der Gemeinde Brigachtal gereinigt und desinfiziert:
Der aktuelle Härtegrad des Wassers in Brigachtal soll durch den Einbau der Carix-Filteranlage von 8 bis 9 Grad betragen.
Aktuelle Härtegrade nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes (WRMG):
| Härtebereich | Millimol Calciumcarbonat je Liter (mmol/l) | dH |
| weich | weniger als 1,5 | weniger als 8,4 °dH |
| mittel | 1,5 bis 2,5 | 8,4 bis 14 °dH |
| hart | mehr als 2,5 | mehr als 14 °dH |
Das Gesundheitsamt hält die Transportchlorung für sinnvoll und notwendig. Da Brigachtal sowie Bad Dürrheim über ein weit verzweigtes Netz mit langen Transportwegen verfügt, ist die Transportchlorung aktuell die sicherste Methode, um eine gleichbleibend hohe Wasserqualität zu gewährleisten.
Der Grund dafür sind chemische Reaktionen zwischen dem Chlor und mikrobiellen Ablagerungen in den Leitungen, die sich über Jahre hinweg gebildet haben. Die Reaktion zeigt, dass das Chlor seine desinfizierende Wirkung entfaltet.
Ja, in den kommenden Monaten wird der Geruch deutlich zurückgehen, da sich das Leitungsnetz anpasst und die chemischen Reaktionen nachlassen.
Nein. Der Chlorgehalt im Trinkwasser bleibt deutlich unterhalb der gesetzlich zulässigen Höchstwerte und ist gesundheitlich unbedenklich
Ja! Das Trinkwasser kann ohne Bedenken konsumiert und für alle Haushaltszwecke verwendet werden.
Die Carix-Anlage arbeitet mit einem Ionenaustauschverfahren, das gezielt Calcium und Magnesium entfernt, die für Kalkablagerungen verantwortlich sind.
Private Enthärtungsanlagen können ggf. abgeschaltet werden, sollten sich diese nicht automatisch auf die neuen Wasserhärte von 8,3-8,4°dH anpassen.
Alternativ können sie von einem Fachbetrieb auf eine noch weichere Zielhärte (z. B. 6 °dH) eingestellt werden.
Bitte kontaktieren Sie individuell einen entsprechenden Fachbetrieb zur Beratung.
Ja, es kann kurzfristig zu einer Eintrübung des Wassers kommen. Grund ist, dass sich alte Kalkablagerungen in den Leitungen lösen. Dies ist jedoch unbedenklich und normalisiert sich nach kurzer Zeit.
Nein. Kalkhaltiges Wasser ist gesundheitlich unbedenklich und enthält wichtige Mineralstoffe wie Calcium und Magnesium. Allerdings kann es bei Warmwasserleitungen oder Haushaltsgeräten zu Ablagerungen und Inkrustationen kommen
Nein. In keiner Trinkwasserprobe wurden Pflanzenschutzmittel oder organische Chlorverbindungen nachgewiesen. Auch deren Abbauprodukte konnten nicht nachgewiesen werden.
Das Trinkwasser wird regelmäßig auf verschiedene Parameter untersucht. Hier hinterlegt finden Sie den aktuellen Prüfbericht.
Nicht alle Materialien sind für Trinkwasserleitungen gleichermaßen geeignet. Die Analyse des Bad Dürrheimer Wassers ergibt folgende empfohlene Materialien:
Vermeiden sollte man:
Nach den vorliegenden Untersuchungsberichten der jährlichen Wasseranalysen dürfen im Versorgungsgebiet von Brigachtal keine schmelztauchverzinkten Eisenwerkstoffe im Leitungsnetz eingesetzt werden. Aus früheren Berichten besteht auch eine erhöhte Korrosionswahrscheinlichkeit für Kupfer und Kupferlegierungen. Die elektrische Leitfähigkeit des Wassers ist größer als 500 μS/cm und liegt damit in einem Bereich, in dem die Korrosionswahrscheinlichkeit bei Edelstahlplattenwärmetauschern, die mit Kupfer hartgelötet sind, erhöht sein kann. Das Wasser im gesamten Versorgungsgebiet ist calcitabscheidend. Aufgrund der aus den Messergebnissen abgeleiteten Korrosionswahrscheinlichkeit für die oben genannten Werkstoffe ist deren jeweilige Verwendung in Trinkwasserinstallationen vom durchführenden Fachunternehmen auf Eignung zu überprüfen.
Bei Fragen kontaktieren Sie bitte Aquavilla.
Im Notfall erreichen Sie Firma Aquavilla unter der Telefonnummer 08000 861 861
Die Trinkwasserqualität wird in regelmäßigen Abständen geprüft.
Den aktuellen Prüfbericht mit der ermittelten Waserhärte können Sie hier nachlesen